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Κόραξ καὶ ἀλώπηξ (Αἴσωπος)

Der Rabe und der Fuchs The Fox and the Crow
Gotthold Lessing Vernon Jones
German English

Ein Rabe trug ein Stück vergiftetes Fleisch, das der erzürnte Gärtner für die Katzen seines Nachbars hingeworfen hatte, in seinen Klauen fort.

Und eben wollte er es auf einer alten Eiche verzehren, als sich ein Fuchs herbei schlich, und ihm zurief: Sei mir gesegnet, Vogel des Jupiters! – Für wen siehst du mich an? fragte der Rabe. – Für wen ich dich ansehe? erwiderte der Fuchs. Bist du nicht der rüstige Adler, der täglich von der Rechte des Zeus auf diese Eiche herab kömmt, mich Armen zu speisen? Warum verstellst du dich? Sehe ich denn nicht in der siegreichen Klaue die erflehte Gabe, die mir dein Gott durch dich zu schicken noch fortfährt?

Der Rabe erstaunte, und freuete sich innig, für einen Adler gehalten zu werden. Ich muß, dachte er, den Fuchs aus diesem Irrtume nicht bringen. – Großmütig dumm ließ er ihm also seinen Raub herabfallen, und flog stolz davon.

Der Fuchs fing das Fleisch lachend auf, und fraß es mit boshafter Freude. Doch bald verkehrte sich die Freude in ein schmerzhaftes Gefühl; das Gift fing an zu wirken, und er verreckte.

Möchtet ihr euch nie etwas anders als Gift erloben, verdammte Schmeichler!

A crow was sitting on a branch of a tree with a piece of cheese in her beak when a fox observed her and set his wits to work to discover some way of getting the cheese. Coming and standing under the tree he looked up and said, "What a noble bird I see above me! Her beauty is without equal, the hue of her plumage exquisite. If only her voice is as sweet as her looks are fair, she ought without doubt to be queen of the birds." The crow was hugely flattered by this, and just to show the fox that she could sing she gave a loud caw. Down came the cheese, of course, and the fox, snatching it up, said, "You have a voice, madam, I see. What you want is wits."



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